OPC UA vs MQTT vs Modbus: Das richtige Industrieprotokoll wählen
Ein praktischer Vergleich von OPC UA, MQTT und Modbus für industrielles Monitoring. Wann welches Protokoll eingesetzt wird und wie sie zusammenarbeiten.
Die Protokolllandschaft
Industrielle Umgebungen nutzen selten ein einzelnes Kommunikationsprotokoll. Eine typische Anlage verwendet möglicherweise Modbus RTU auf Bestandsanlagen, OPC UA auf neueren SPSen und MQTT für die Anbindung von IoT-Gateways. Das Verständnis der Stärken und Kompromisse jedes Protokolls ist entscheidend für eine effektive Monitoring-Strategie.
OPC UA: Der Industriestandard
OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) ist das umfassendste Industrieprotokoll. Es bietet nicht nur Datenzugriff, sondern ein vollständiges Informationsmodell mit:
OPC UA ist die richtige Wahl, wenn Sie vollständigen Zugriff auf Anlagendaten benötigen, insbesondere von modernen Siemens-, Beckhoff- oder Rockwell-SPSen mit nativen OPC-UA-Servern.
Wann OPC UA verwenden
MQTT: Leichtgewichtig und flexibel
MQTT ist ein Publish/Subscribe-Messaging-Protokoll, das für eingeschränkte Geräte und Netzwerke mit geringer Bandbreite entwickelt wurde. Es eignet sich besonders für IoT-Szenarien, in denen viele Geräte kleine Datenmengen effizient senden müssen.
Wann MQTT verwenden
Modbus: Der bewährte Klassiker
Modbus (TCP und RTU) ist seit 1979 der Industriestandard. Es bleibt das am weitesten verbreitete Protokoll auf bestehenden Anlagen.
Wann Modbus verwenden
Wie sie zusammenarbeiten
Die effektivste Monitoring-Strategie nutzt alle drei Protokolle dort, wo sie sinnvoll sind. Moderne Observability-Plattformen wie Pulse verbinden sich nativ mit allen dreien und bieten eine einheitliche Ansicht unabhängig vom zugrunde liegenden Protokoll.
Eine typische Architektur könnte so aussehen:
Der Schlüssel ist die Wahl einer Monitoring-Plattform, die all diese Protokolle nativ spricht, ohne Middleware-Adapter, die Latenz und potenzielle Ausfallpunkte hinzufügen.
Fazit
Es gibt kein einzelnes „bestes" Protokoll — jedes dient einem bestimmten Zweck. Die eigentliche Frage ist, ob Ihre Monitoring-Infrastruktur alle nahtlos verarbeiten kann. Native Multi-Protokoll-Unterstützung eliminiert die Middleware-Komplexität, die in industriellen Umgebungen zu Datenverlust und erhöhter Latenz führt.